Blasen und Harnblasenkrebs

Vorwiegend tritt Harnblasenkrebs im höheren Lebensalter auf. Im Durchschnitt sind Männer 73 Jahre, Frauen 77 Jahre alt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. In Deutschland erkrankten im Jahr 2008 11.460 Männer und 4.510 Frauen daran. Meistens geht der Tumor von der Blasenschleimhaut aus.

Im Vergleich zu anderen Krebsarten sind grundsätzlich bösartige Geschwülste der ableitenden Harnwege wie Harnleiter, Harnröhre, Nierenbecken und Blase ehr selten. Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 16.000 Menschen an Blasenkrebs. Unter ihnen befinden sich häufig Raucher.

 

Ursachen für die Entstehung von Blasen und Harnblasenkrebs

Durch verschiedene Faktoren wird die Entstehung von Harnblasenkrebs begünstigt. Als größter Risikofaktor gilt das Rauchen. Auch Passivrauchen trägt zur Steigerung des Risikos bei. Viele der im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen wirken krebserregend.

Bei einigen  Industriebereichen bzw. bei einigen Berufsgruppen findet sich auch ein erhöhtes Krebsrisiko wie in: der Textil-, Farb- oder chemischen Industrie gilt der Harnblasenkrebs als anerkannte Berufskrankheit. Bestimmte chemische Stoffe – die aromatischen Amine- gelten als krebserregend und werden mit der Entstehung von Blasenkrebs in Verbindung gebracht. Viele Jahre können vergehen bis dieser tatsächlich auftritt. Mit gesundheitsgefährdenden Stoffen arbeiten Beschäftigte jedoch nur och unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Daneben können chronisch-entzündliche Schädigungen der Blasenschleimhaut – beispielsweise durch eine chronische Blasenentzündung, Steinleiden, Restharn oder das Tragen eines Dauerkatheters- das Risiko für ein Blasenkarzinom erhöhen. Wie bei manchen anderen Krebsarten auch, wird beim Blasenkarzinom eine familiäre Häufung beobachtet.

 

 


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Symptome und Diagnose Blasen und Harnblasenkrebs

Symptome: Blasen und Harnblasenkrebs ähneln denen verschiedener Harnwegs- und Nierenerkrankungen. So kann Blut im Urin genauso gut auf eine Blasenentzündung hinweisen. Bemerkbar macht sich auch rötlich-braune Verfärbungen des Urins beispielsweise Blut im Urin bei einem Großteil der Patienten. Weitere Symptome können verstärkter Harndrang sein, bei dem jedoch  nur kleine Mengen entleert werden (Pollakisurie) sowie Blasenkrämpfe. Symptome eines fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms sind Schmerzen beim Wasserlasen, vergrößerte Lymphknoten, Venen-oder Lymphstauung, Schmerzen in den Flanken sowie Knochenschmerzen.

Diagnose: Auf Blut im Gehirn testet der Urologe bei Verdacht auf Blasenkrebs eine körperliche Untersuchung durch.  Die wichtigste Untersuchung ist jedoch die Spiegelung von Harnröhre und Harnblase. Dabei wird der Arzt Gewebeproben aus verdächtigen Bezirken der Blasenschleimhaut entnehmen und diese zu analysieren. Indem er Blase und Nieren mittels Ultraschall (Sonografie) untersucht und die ableitenden Harnwege mit einem Kontrastmittel darstellt erhält der Arzt zusätzliche Informationen.  Bestätigt sich der Verdacht auf ein Harnblasenkarzinom wird mit Hilfe einer Elektroschlinge über die Harnröhre erneut verdächtiges Gewebe entnommen. Dies erfolgt unter Narkose. Diagnostische als auch eine therapeutische Bedeutung hat die Elektroschlinge bei oberflächlichen Tumoren, die nur die Blasenschleimhaut betreffen. Entfernt werden kann bei diesem Eingriff ein muskelinvasives Harnblasenkarzinom komplett entfernt werden. Über die Ausbreitung des Tumors muss sich der Arzt Informationen verschaffen bei einem muskelinvasiven Harnblasenkrebs, der bereits in die Muskelschicht der Blasenwand vorgedrungen ist. Üblicherweise erfolgt dies über eine Computertomografie (CT) des Bauch-, Brust- und Beckenraums. Eine Röntgenuntersuchung der Lunge kommt nur infrage, wenn kein CT machbar ist.

 

 

Therapie von Blasen und Harnblasenkrebs

Durch die sogenannte transurethrale Resektion (TUR) kann sich der Tumor wenn er sich auf die Blasenschleimhaut beschränkt entfernt werden. Über die Harnröhre entfernt führt der Operateur einen Schlau mit einer daran befindlichen elektrischen Schlinge in die Blase ein und entfernt das betroffene Gewebe. Meist wird ein Medikament über einen Katheter in die Blase gegeben (Installationstherapie) um das Rückfallrisiko zu verringern. Je nach Arzneimittel wird die Behandlung in definierten Abständen wiederholt.

Ist der Tumor bereits in die Muskelschicht eingewachsen, liegen jedoch keine Anzeichen für Tochtergeschwülste (Metastasen) vor, muss das Karzinom durch eine Operation vollständig entfernt werden. Bei Männern muss der Operateur zusätzlich neben der gesamten Harnblase Prostata und Samenbläschen entnehmen. Bei Frauen umfasst der Eingriff die Harnblase, die Gebärmutter, beide Eierstöcke und Eileiter sowie einen Teil der Scheidenwand. In jedem Fall muss eine künstliche Harnableitung geschaffen werden.

Eine Strahlentherapie kommt in Betracht wenn der Allgemeinzustand des Patienten eine operative Entfernung der Harnblase nicht zulässt oder der Patient diese ablehnt. Ebenso wenn sich der Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium befindet- die Strahlentherapie lindert hierbei die Beschwerden.

Noch nicht eindeutig geklärt ist, inwieweit eine Chemotherapie vor oder nach der Operation dazu beitragen kann, ein möglichst gutes Behandlungsergebnis zu erziehen. Empfohlen wird jeden Partien mit einem örtlichen begrenzten muskelinvasiven Harnblasenkarzinom eine Chemotherapie die der Operation vorausgeht (neoadjuvante Chemotherapie). Verbessern kann die Chemotherapie die Überlebensrate in diesem Tumorstadium. Infrage kommt allerdings die Behandlung nur bei einem Teil der Patienten. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten oder ist es zu einem Rückfall gekommen, kann manchmal eine Chemotherapie in Frage kommen. Kombiniert werden dann mehrere Medikamente über einen bestimmten Zeitraum. Regelmäßig müssen Patienten zur Nachkontrolle gehen da es auch nach der Behandlung zu einem Rückfall kommen kann.

 

 

 

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